Bad-Betreiber locken Firmen ins Wasser (NWZonline Artikel vom 29.09.2012)

Kooperation mit „Hansefit“ – Mitglieder haben mit einer Karte jederzeit freien Eintritt

Das Bremer Unternehmen bietet Vergünstigungen für Mitarbeiter an. Diese zahlen pauschal fünf bis 20 Euro monatlich.

Delmenhorst „Es muss weitergehen.“ Mit dieser Erkenntnis verkündete der Interims-Geschäftsführer der Grafttherme, Henry Peukert, gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Detlef Roß am Freitag eine neue Kooperation mit „Hansefit“. Diese sei innerhalb von nur zwei Monaten ins Leben gerufen worden und wird bereits seit 14 Tagen angeboten.

Das Bremer Unternehmen Hansefit mit Kooperationspartnern in der gesamten Bundesrepublik bietet Firmen Pauschalangebote für deren Mitarbeiter an. Diese können dann für einen Monatsbeitrag Sportangebote bei allen Verbundpartnern von Hansefit wahrnehmen. Wer also künftig mit einer Mitgliedskarte in der Grafttherme schwimmen geht, bekommt eine Drei-Stunden–Karte, die sonst 7,50 Euro kosten würde. Die Rechnung zahlt Hansefit. Der Vertrag wurde zunächst für ein Jahr abgeschlossen.

„Alle weiteren Wellnessangebote und die Sauna kosten extra, das könnten Einnahmequellen sein“, sagte Peukert. Auch auf die Sogwirkung wird gesetzt, Hansefit-Mitglieder könnten beispielsweise Freunde und Familie mit ins Bad ziehen. Bereits jetzt können Mitarbeiter von Firmen, die mit Hansefit kooperieren, in Delmenhorst in zwei Fitnessstudios schwitzen. Mit der Grafttherme kommt ein weiteres Angebot hinzu, dass Firmen aus der Region den Ansporn für eine Mitgliedschaft geben könnte. Weiterer Clou: Delmenhorster könnten auch in Freiburg oder auf Helgoland in teilnehmenden Anlagen kostenfrei Sport treiben.

„Es ist bewiesen, dass die Ausfälle durch Krankheit mit Hilfe unseres Angebots zurückgehen. Die Mitarbeiter sind motivierter und fitter – das lohnt sich unterm Strich für die Firmen“, erklärte Stefan Runge, Mitinhaber von Hansefit. Eine Firma mit 100 Mitarbeitern zahle beispielsweise 1200 Euro im Monat. Wie viel die Mitarbeiter jeweils dazuzahlen, liege im Ermessen der Firma, der Betrag bewege sich zwischen fünf und 20 Euro. Angesprochen sind Firmen ab 20 Mitarbeiter.

„Für uns lohnt sich das, weil wir keinen zusätzlichen Marketing-Aufwand haben“, sagte Peukert. Er verspreche sich viel von der Kooperation. Derweil gibt es auch aus den Reihen des Bürgerforums Vorschläge zur Rettung des Luxusbades, das die Stadt nach einer Erhebung des Unternehmensberaters Altenburg im günstigsten Fall 2,5 Millionen Euro im Jahr kosten soll. Ein Fotowettbewerb im Schwimmbad, eine Vollmond-Badeaktion oder eine Silvesternacht sind darunter. Es zeigt sich also, dass abseits von Schuldzuweisungen mit Eifer an der Rettung der Grafttherme gearbeitet wird.
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